Aktivierende Pflege

Im Laufe unseres Lebens erlernen und erwerben wir die unterschiedlichsten Fähigkeiten und bauen diese aus. Dabei werden wir von unseren Mitmenschen gefördert und gefordert – und mit jedem Gelingen stärken wir unser Selbstvertrauen. Doch irgendwann verlassen uns unsere körperlichen und geistigen Fähigkeiten und – sei es aus Krankheit oder Alter – fällt uns das Bewältigen anfallender Arbeiten und Aufgaben zunehmend schwerer. Da ist es gut, wenn man sich auf die Hilfe andere verlassen kann. Doch je mehr andere diese Tätigkeiten für uns übernehmen, je schneller verlernen wir unsere erworbenen Fähigkeiten und umso seltener genießen wir das Erfolgserlebnis, es geschafft zu haben – und unser Selbstvertrauen schwindet.

Hier setzt die aktivierende Pflege an, die die vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen eines jeden Pflegebedürftigen nutzt und fördert und dem zu Pflegenden Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Im Rahmen der aktivierenden Pflege wird er dazu angeleitet, Aufgaben und Arbeiten, die er selbst ausführen könnte, wieder selbst auszuführen. Das fördert und stärkt seine geistigen und körperlichen Fähigkeiten und der einsetzende Prozess wird verlangsamt, gestoppt und manchmal werden sogar verloren gegangene Fähigkeiten neu aktiviert. Das bringt Erfolgserlebnisse, führt zu mehr Selbstvertrauen und hebt die Lebensqualität unserer Bewohnerinnen und Bewohner.

Aktivierende Pflege im Seniorenhaus Odenwald

Jeder kennt das: oft erledigt man selbst eine Arbeit viel schneller, als sie einem anderen zu erklären und ihn bei der Erledigung der Arbeit zu beaufsichtigen, damit nichts passiert. Das ist bei der Pflege alter und gebrechlicher Menschen, denen bestimmte Aufgaben schwer fallen, nicht anders. Im Gegenteil – wem die Kraft fehlt, seine Arme zu heben, dem fällt es schwer, sein Gesicht zu waschen oder seine Haare zu kämmen und wer sich schlecht bücken kann, dem fällt es schwer, sich die Schuhe zu binden. Das ändert sich auch nicht, wenn er dies immer wieder versucht und es wäre leichter und schneller, die Pflegekraft wäscht das Gesicht, bürstet die Haare und bindet die Schuhe. Doch der betroffenen Person bringt dies wenig – noch vorhandene Fähigkeiten würden schnell gänzlich verkümmern und sie könnte auch mit fremder Hilfe schon bald nicht mehr am täglichen Leben teilhaben. Deshalb setzen wir auf die aktivierende Pflege – und was früh morgens mit der Körperpflege beginnt, setzen wir den Tag über fort. Da geht es um kleine Arbeiten wie Tisch decken, Wäsche recken oder Staub wischen oder fegen. Das diese Arbeiten für unsere Bewohnerinnen und Bewohner immer mit „Spaß“ und „Abwechslung“ einhergeht und wir immer darauf achten, dass es nicht zu anstrengend wird, versteht sich von selbst. Und auch wenn es manchmal ein wenig mehr Anstrengung und ein bisschen weniger Service bedeutet: es geht immer einher mit mehr Lebensfreude und Stärkung des Selbstbewusstseins.

Aktivierende Pflege – Gesetze und Vorgaben

Die Aktivierende Pflege ist in Deutschland anerkannt und Bestandteil im Heimgesetz und Pflegeversicherungsgesetz.