Die Geschichte des Seniorenhauses Odenwald

Seit fast zwanzig Jahren im Dienst der Senioren

Es begann vor 20 Jahren. Mit einer Idee und dem Mut zum Risiko. Doch die Wurzeln zum Seniorenhaus Odenwald liegen noch weiter in der Vergangenheit. Nämlich viele Jahre zuvor, als sich Bernd Hey und seine Frau Ruth während seiner Ausbildung zum Physiotherapeut kennen lernten. Ruth Hey erlernte danach den Beruf der examinierten Altenpflegerin und sie arbeiteten zunächst in Odenwälder Kliniken als Physiotherapeut und Altenpflegerin. Aus gesundheitlichen Gründen musste Bernd Hey seine Tätigkeit aufgeben und gemeinsam kamen sie auf die Idee, im Odenwald ein Heim für die kurzzeitige Pflege von Senioren zu eröffnen.

1994 – das erste Haus in Güttersbach

Ein geeignetes Objekt war schnell gefunden. Ein Haus am Rande der Gemeinde Güttersbach. Die Finanzierung stand ebenso schnell und so konnte das Objekt Ende 1994 erworben werden. Mit vereinten Kräften und der Unterstützung vieler Freunde ging es dann daran, das Erdgeschoss so umzubauen, dass 5 Bewohner­zimmer und ein Gemeinschaftsraum entstanden, die schon bald von den ersten Bewohnerinnen – damals waren es ausschließlich Frauen – bezogen wurden. Die Gäste waren immer nur wenige Wochen hier untergebracht – doch die Qualität und liebevolle Fürsorge, die sie hier erlebten, sorgte dafür, dass viele sich bereits bei der Verabschiedung den nächsten Termin reservierten.

1996 – von der Kurzzeitpflege zum Altenheim

Das sprach sich herum und so stieg die Nachfrage stetig an und wir kamen bald an die Grenzen der räumlichen Kapazität. Die Idee, das Nachbarhaus zu erwerben und das Pflegeheim zu vergrößern, scheiterte. Die Nachbarn hatten ihr Haus in den vergange­nen Jahren in mühevoller Eigenleistung zu ihrem Alterswohnsitz ausgebaut und voll­ständig renoviert. Doch dann, aus heiterem Himmel, sozusagen über Nacht, kam die Wende. Das Haus sollte aus familiären Gründen verkauft werden – kurzfristig! Da musste schnell gehandelt werden. Eine Finanzierung musste her und was im Normal­fall von langer Hand vorbereitet wird, musste in wenigen Tagen unter Dach und Fach.

Da die Vergrößerung des Hauses nicht allein mit den Plätzen für die Kurzzeitpflege zu stemmen war, wurden die Konzepte für das heutige Altenpflegeheim entwickelt, niedergeschrieben, mit den zuständigen Aufsichtsbehörden und Kassen geklärt und freigegeben. Nicht zuletzt erleichterten uns die positiven Äußerungen der sich in Kurzzeitpflege befindenden Gäste und deren Wunsch, im Falle eines Wechsels in die Vollzeitpflege hierher zu ziehen, die Entscheidung, dass Risiko einzugehen.

Der Erfolg bestätigte uns

Wieder wurde in der kleinen Harras gebaut. Und dieses Mal unter erschwerten Bedingungen. Der nicht zu vermeidende Lärm und Schmutz von der Baustelle im Haus durfte nicht stören. Denn der Alltag im Pflegebetrieb ging weiter und die Bewohnerinnen und Bewohner mussten sich trotz der kleineren und größeren Entbehrungen weiterhin so wohl fühlen wie in den gemütlichen Tagen zuvor. Darauf legten wir besonders viel Wert. Und die Reaktion der Bewohnerinnen und Bewohner, die das Ganze auch als willkommene Abwechslung im Heimalltag betrachteten, sich mit den Männern vom Bau fachkundig auseinander setzten, bestätigte unsere Entscheidung und nach der offiziellen Einweihung dauerte es nicht lange, und auch die neu eingerichteten Zimmer waren belegt. Platz gab es jetzt für bis zu 12 Bewohnerinnen und Bewohner. Einen gemeinsamen Aufenthaltsraum und Speisesaal und weitere Räumlichkeiten standen nach dem Umbau zur Verfügung. Die eigene Familie zog in das neu erworbene Nachbarhaus.

Mehr Bewohnerinnen – mehr Personal

In dieser Zeit wuchsen wir aber nicht nur räumlich. Denn mit jeder Bewohnerin, jedem Bewohner mehr stiegen auch die anfallenden Arbeiten und angebotenen Leistungen im Haus. Nach und nach wuchs der Personalbedarf und wir achteten von Anfang an darauf, dass jedes neue Mitglied in der kleinen Gemeinschaft wirklich zu uns passte und unsere Ziele und Ideen mit trug und trägt.

2002 – der nächste Schritt

Der gute Ruf, die professionellen Leistungen und Angebote, die individuelle Betreuung jedes einzelnen und vor allem der liebevolle, familiäre Umgang mit- und untereinander ließ die Zahl der an einer Pflege in unserem Haus interessierten weiter steigen und wir stellten uns die Frage, wie wir Raum für mehr Angebote schaffen konnten. Ein weiterer Grund, über eine Vergrößerung nachzudenken, war der, dass sich ein Haus erst ab einer bestimmten Größe wirklich selbst trägt. Denn ob kleines oder großes Haus, viele, vor allem administrative Aufgaben, bleiben die gleichen und müssen geleistet werden.

Für die räumliche Vergrößerung gab es zwischen dem bestehenden Gebäude und der Straße genügend Platz, doch die Frage war: wenn diese Entscheidung fällt, wie groß sollte der Neubau werden? Also suchten wir nach Möglichkeiten, dass Seniorenhaus Odenwald auf eine zweckmäßige, aber überschaubare Größe zu erweitern. Es wurden wieder Pläne geschmiedet, Gespräche geführt und die Ideen auf ihre Durchführbarkeit geprüft. Im Frühjahr 2002 war es dann soweit. Der Ausbau konnte beginnen. Geplant waren nach der Fertigstellung ein Haus mit insgesamt 36 Pflegeplätzen in 24 Einzel- und 6 Doppelzimmer. Dazu geräumigere Aufenthaltsräume und mehr Platz für Aktivitäten, großzügige Flure ohne lange, abschreckende Gänge mit gemütlichen Nischen zum Erholen. Auf keinen Fall, so war es der Wunsch, sollte ein Charakter wie im „Krankenhaus“ entstehen.

Und wieder wurde in der kleinen Harras gebaut. Dieses Mal allerdings standen die entsprechenden, technischen Werkzeuge an der Baustelle, gab es einen festen Terminplan und entsprechende Abnahmen, denn was hier entstand, war gleich einige Nummern größer als das bisher errichtete. Doch wie in jeder unserer Bauphasen stand auch dieses Mal die Betreuung unserer Bewohnerinnen und Bewohner im Vordergrund. Denn sie sollten sich auch jetzt wohl, geborgen und gut aufgehoben fühlen.

2005 – zur Pflege geboren

Wer in einer Familie aufwächst, die ihr Leben alten Mitmenschen widmet, wer den ganzen Tag über von Seniorinnen und Senioren umgeben ist, ihnen bereits im Kindesalter seine Zeit widmet und aus deren Erfahrungen lernt und wem dazu das soziale Miteinander am Herzen liegt, der tritt wohl in die Fußstapfen seiner Eltern. So ist es jedenfalls in der Familie Hey. Tochter Sara-Fee absolvierte in den Jahre 2005 bis 2008 ihre Ausbildung in der Erbacher Altenpflegeschule sowie im elterlichen Betrieb und arbeitet hier seitdem als examinierte Altenpflegerin. In ihrer Freizeit bildet sie sich weiter, um noch mehr ins Geschehen einzugreifen und um in die Entscheidungen rund um das Seniorenhaus Odenwald einbezogen zu werden.